Das ist mal ne Hausnummer...

 

Die Sache mit der Hausnummer. Ja, da war noch was...

Mein Problem war bisher, das meine alte Hausnummer, ein Emailleschild seine besten Tage weit hinter sich gelassen hat. Der Rost hat dem Schild ordentlich zugesetzt, so, das es unansehnlich war. Das nächste Problem war, das solch ein Blechschild unbeleuchtet ist. Es gab zwar noch eine Solarbeleuchtete Hausnummer am Haus, aber diesen Tinnef kann man getrost in den Skat stecken. Alles nicht das nach Hause tragen wert, das Zeugs hält nicht von Zwölf bis Mittag. Wie dem auch sei, es muss eine adäquate Lösung gefunden werden. Eine Hausnummer, die in allen Belangen zum Haus, BJ. 1935, passt. Gut zwei Jahre lang war ich auf der Suche, getreu dem Motto..."Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet.", immer der Hoffnung, das mir etwas über den Weg läuft. Und was soll ich sagen... Das warten hat sich wieder einmal ausgezahlt. Ich hab eine antike beleuchtete Hausnummer aus der Bucht gefischt.

 

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Das waren die Bilder der Auktionsbeschreibung.

Eine antike Schmiedeeiserne Hausnummernslampe mit Verglasung.

Nach Rücksprache mit dem Verkäufer stellte sich raus, das diese Hausnummernlampe über dem Türstock der Hauseingangstür alter im Abriss befindlichen Mehrfamilien-Reihenhäusern angebracht war, und diese Häuser auch in den 20er/30er Jahren gebaut wurden. Somit wie geschaffen für mich.

Natürlich konnte die Lampe nicht so bleiben, wie sie war, eine Aufarbeitung ist unbedingt nötig. Also wurde die Lampe sofort, als das Paket kam, zum Sandstrahlen gebracht, um erstmal zu sehen, wie die Basis aussieht. Frisch gesandstrahlt hab ich mal den alten Scheibensatz ran gehalten. Das war aber auch alles nicht das richtige. Das Schlierenglas streut das Licht nicht so recht, man sieht die Lampe dahinter, die dann auch noch blendet. Weiterhin passten die Gläser nicht so recht...

Also wurde beschlossen, es müssen neue Scheiben rein, und zwar richtiges Milchglas. So, wie man das von früher kennt, solche Opalglaskugel der alten Porzellanlampen... Da wird das Licht noch ordentlich verteilt, und nichts blendet. Also wieder losgezogen, mit der Lampe unterm Arm und einen Glaser aufgesucht.

Diesem hab ich dann mein Problem und meine Wünsche geäußert, und der hat gleich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. UNBEZAHLBAR, war die Aussage. 1m² solches Glases würde heutzutage mit 300-500€ gehandelt. Aber er hatte noch einen alten Rest stehen, und dann gabs einen neuen Scheibensatz...für 100€!!! Aber sei es drum, Extravaganz kostet eben.

Jedenfalls waren die Scheiben fertig, und sogleich wurden sie getestet. Passt!!!

Ja und nun kam die Idee mit der Extra-Extravaganz. *Grins*

Ich hab ja sowieso nen Spleen für alles Außergewöhliche, warum also nicht den Weg gehen, und die Lampe wie früher auch mit Gas beleuchten? Zumal die Hardware ja vorhanden ist, war die Überlegung, die Lampe mit einem Zündglühkörper zu beleuchten. Diese sind deutlich kleiner als die üblichen Straßenglühkörper, (Etwas kleiner als ein Fingerhut.) machen aber, wenn man sie richtig behandelt, ähnlich viel Licht. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, die diese Zündglühkörper in den noch aktiven Straßenlaternen extra "zu klein" bedüst sind. Man will quasi, das sie nur glimmen. Eigentlich können die kleinen Teile richtig hell sein.

Wie dem auch sei, die Hardware wurde probehalber schon mal ausgelegt.

Zündsteuergerät mit Flammüberwachung und Dämmerungsschalter, Magnetventil, manuelles Absperrventil mit Gehäusedurchführung, Düsenstock mit Ventury und Mundstück.

Soooo, nun hat ja solch eine Gaslampe gegenüber elektrischem Licht unter anderem den Nachteil, das es Zu- und Abluft benötigt. Sprich, die Latichte braucht nen "Schornstein", der möglichst Windsicher ist. Nun sollte der ja ähnlich verziert sein. Da kam mir eine alte Gallerie eines Petroleumbrenners in den Sinn. Dieser wurde auch gefunden. Ein alter 20-Linieger. Keine Angst, nicht das Ihr anfangt, zu weinen. Der Brenner war nicht mehr zu retten.

Hier nochmal ein Detail von der Gehäusedurchführung vor dem verschweißen des "Eisenrings". Ja, leider war ich gezwungen, einen recht großen 3/8"-Gashahn (Für Wartungszwecke) zu nutzen. Ich hätte gern einen kleineren genommen, aber maßgebend ist hier die später zu installierende TAE-Sicherung (Vorschrift). Diese gibt es leider nicht kleiner.

Hier nochmal der Sensor für den Dämmerungsschalter. Beim roten Kreis wird ein Loch gebohrt, Gewinde geschnitten, und der Sensor eingeschraubt.

Nach Acht Stunden schleifen und feilen war heute endlich die neue Hausnummer soweit fertig, das sie eingeschweißt werden kann. Ich denke, der Schriftstil passt zum Alter. Natürlich gleich mit "Lichttest".

Die nächsten Aufgaben sind, alle Gehäuseteile (neue Rückwand, Eisenring usw.) verschweißen. Die Glasscheibe für den Boden muss ich dann passend ausschleifen lassen. Dann muss die Hardware fest installiert werden und eine Zündelektrode gebaut werden. Danach geht alles nochmal zerlegter Weise zum Sandstrahlen und dann wird lackiert...